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 Gewalt
Es tut weh !

Es mag überraschen aber die meisten Gewalttaten finden im sozialen Umfeld, also in häuslicher Umgebung oder in vertrauter Umgebung, statt. Gerade dort, wo sich Menschen besonders sicher und geborgen fühlen, tritt Gewalt meistens überdurchschnittlich häufig auf. Dies wird auch durch die vielen Statistiken der Polizei belegt. Es handelt sich unter anderem um die so genannte sexuelle Gewalt, der Androhung physischer Gewalt, Sexueller Nötigung oder Beschränkung der Bewegungsfreiheit.

Gewalt kann aber natürlich nicht nur körperlich, sondern psychisch ausgeübt werden. Dies hinterlässt oft die größeren Wunden.

Allgemeines
Im Jahre 2007 gab es laut der "polizeilicher Kriminalstatistik" 217 923 Fälle von Gewalt, in Deutschland. Die Aufklärungsrate liegt bei 75,1 %. Hierbei handelt es sich um folgende Straftaten:

- Mord und Totschlag

- Vergewaltigung und sexuelle Nötigung laut  §§ 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB

- Raubdelikte

- gefährliche und schwere Körperverletzung

Gewalt bezeichnet den Einsatz von physischem oder psychischem Zwang gegenüber Menschen aber auch die physische Einwirkung auf Tiere oder Sachen.

Soziologisch gesehen bedeutet Gewalt den Einsatz physischer oder psychischer Mittel, um einer anderen Person gegen ihren Willen
1) Schaden zuzufügen,
2) sie dem eigenen Willen zu unterwerfen (sie zu beherrschen) oder
3) der solchermaßen ausgeübten Gewalt durch die Ausübung eigener Gewalt zu begegnen.


Wer sind die Opfer?

Überraschender Weise sind Opfer von Gewalt in den meisten Fällen nicht Frauen, Kinder oder ältere Menschen. Es sind Männer, die -auf die Gesamtzahlen gesehen- am häufigsten Opfer werden. Man muss aber natürlich die Bereiche unterscheiden. Bei der Straßengewalt, gerade im Kindes- und Jugendalter, stellen die Männer die größte Zahl der Opfer. Bei den Delikten gegen die sexuell Selbstbestimmung sind aber die Frauen mit großem Abstand führend..

Oft besteht auch eine soziale und/oder wirtschaftliche Abhängigkeit. Häufig macht sich der/die Täter auch die Hilflosigkeit seines/ ihres Opfers zunutze. Das Opfer schweigt aus Scham, Hilflosigkeit, Schuldgefühlen. Sie werden vom Opfer teilweise heruntergespielt oder gar verschwiegen, weil Angst vor weiteren und noch stärkeren Gewalttaten oder weitere Konsequenzen befürchtet werden. Je größer die objektive Hilflosigkeit der Opfer ist, desto häufigen bleibt die erlittene Gewalttat im Dunkeln. Gerade Pflegebedürftige oder Behinderte sind im besonderen auf den Partner oder die Betreuungsperson angewiesen. Sie sind oder fühlen sich oft wehrlos gerade wegen ihrer Abhängigkeit vom Täter und nur selten offenbaren sie ihre körperlichen, sexuellen oder seelischen Misshandlungen.

Wer sind die Täter ?

In den Medien wird häufig der Eindruck erweckt Gewalt sei männlich. Der böse Mann ist in den meisten
Fällen der Täter. Dies ist auch korrekt, sofern man sich an die gemeldeten Straftaten hält. Allerdings gibt
es ein sehr großes Dunkelfeld. Hier wird zum Beispiel auch darauf eingegangen, dass Männer zum
Beispiel ein anderes Anzeigeverhalten haben. Aus Scham und Angst, sich der Lächerlichkeit preiszugeben
und als Waschlappen, Memme oder Weichei dazustehen, verzichten viele Männer sehr lange auf eine
Anzeige. Sehr viele ausländische Studien aber auch Studien des Bundesfamilienministerium gehen eher
von einem 50:50 Verhältnis aus. So äußerte sich z.B Dr.Marina Rupp, stellvertretende Leiterin des
Staatsinstituts für Familienforschung an der Uni Bamberg, zu den Anträgen auf Gewaltschutz, eine
Regelung, die 2002 in Kraft trat, um die Opfer zu schützen, folgender Maßen in den Medien.
"Alle Daten deuten darauf hin, dass betroffene Männer deutlich seltener als Frauen den Verfahrensweg beschreiten".
Häusliche Gewalt gibt es natürlich nicht nur Paarbeziehungen sondern auch  von Mutter zum
Kind, Vater zum Kind, Pfleger zum Pflegenden, Kind zum Vater/Mutter usw. Beim Blick auf die Kinder
sehen Experten, dass Mütter fast ebenso häufig zuschlagen wie Väter. Einige Untersuchungen zeigen
außerdem, dass Mütter die Väter beauftragen, an ihrer Stelle das Prügeln vorzunehmen.

Was mache ich wenn...?

Wenn Sie Zeuge einer Straftat werden, egal ob im häuslichen Umfeld oder auf der Strasse, sollten Sie
umgehend eingreifen und sich mit der Polizei in Verbindung setzen.
Haben Sie einen Verdacht, sollten Sie unbedingt versuchen, Zeugen und/oder Beweise zu erhalten. Auch wenn in den Medien oft etwas gegenteiliges suggeriert wird. Zivilcourage lohnt sich. Sie sollten auch daran denke, das Sie sich auch Hilfe wünschen, wenn Sie in einer Notsituation sind.

* Hören Sie nicht weg !
* Gehen Sie nicht einfach weiter !
* Schweigen Sie nicht !


Nicht nur das Agieren von Institutionen ist wichtig. Gewalt ist keine Privatangelegenheit. Helfen kann jeder, egal ob, Bekannte, Verwandte, Freunde, Nachbarn oder gar Arbeitskollegen.

An der Wohnungstür sollte das Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht enden.

Nachbarschaftliche Hilfe kann entscheidend dazu beitragen, dass das Opfer den Mut hat etwas zu unternehmen, um seine Situation zu verbessern. Auch auf der Strasse sollten Sie, wenn möglich, helfen - natürlich immer ohne sich selbst zu gefährden - in dem Sie z.B. in den nächsten Laden gehen und Bescheid geben. Sprechen Sie gezielt umstehende Passanten an und fordern Sie Mithilfe. Rufen Sie die Polizei und teilen Sie dies dem/den Täter/n auch mit, damit sie von dem Opfer ablassen.

Anlaufstellen:

- Kinder- und Jugendtelefon: 0800-111 0 333

- Elterntelefon: 0800-111 0 550

- Bundesweites Info-Telefon WEISSER RING e.V. Telefon: 01803/34 34 34 (09.00 – 17.00 Uhr)

- Sorgentelefon (Evangelische Telefon-Seelsorge): 0800/1110111

- Ruf und Rat (Katholische Telefon-Seelsorge): 080/1110222

- Kriminalpolizei-Dauerdienst: 0421-362-3888

- Opfer-Notruf: 0800-2800110

- Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe vermittelt Bundesweite Anlaufstellen:
030 - 322 995 00

Familienberatungsstellen und Vätervereine finden Sie im örtlichen Telefonbuch und unterm dem jeweiligen
Begriffe im Internet.

www.gewalt-gegen-maenner.de bietet Männer und Frauen Adressen und Informationen.



LITERATUR

* Deegener, Günther: "Sexueller Missbrauch. Die Täter."
Weinheim: BELTZ, Psychologieverlagsunion, 1995.

"Wege aus der Misshandlungsbeziehung" (Buch), Unterstützung für Frauen und ihre Kinder vor und nach dem Aufenthalt im Frauenhaus. Erfahrungsberichte des Berliner Instituts für Sozialforschung (BIS)

"Familienstreitigkeiten und Polizei" (Buch), Befunde und Vorschläge zur polizeilichen Reaktion auf Konflikte im sozialen Nahraum von der Kriminologischen Forschungsgruppe Bayerisches Landeskriminalamt, München

Weblinks:

1. Kriminalstatistik des BKA.
2. Kinderschutzbund
3. www.zeugenbetreuung.de
4. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.   (DAJEB)
5.
Schau hin !


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