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Opfer kann jeder werden !

Selbst Opfer eines Einbruchs zu werden, ist für die meisten Bürger ein unvermittelter, großer Schock. Meist kennt man so etwas ja nur aus den Medien. Neben dem rein materiellen Verlust trägt dazu vor allem die massive Beeinträchtigung des eigenen Sicherheitsgefühls bei, die durch den Einbruch in die eigene Privatsphäre verursacht wird. Einbrüche scheinen sich zwar wie aus heiterem Himmel zu ereignen; doch ist es ein verhängnisvoller Irrtum. Gehen Sie nicht davon aus, dass man sich gegen Diebe und erst recht gegen Diebesbanden nicht schützen kann.


 

Allgemein:

Machen Sie es den Dieben schwer !

Mehr als ein Drittel aller Einbrüche scheitern schon im Ansatz , weil die Häuser oder Wohnungen gesichert sind. Dies belegen eindeutig die Untersuchungen der Polizei. Der Grund: Die Mehrzahl aller Einbrüche wird nicht von "Profis" verübt, sondern von Gelegenheitstätern, die beispielsweise mit einfachem Hebelwerkzeug schlecht gesicherte Türen, Fenster, Rollläden usw. aufbrechen. Gerade diesen Dieben bereitet es regelrecht Spaß, wenn das "Knacken" von Türen und Fenstern durch Nachlässigkeit zum Kinderspiel wird.

Schwachstellen eines Objektes sind logischer Weise immer seine Öffnungen. Nachfolgend möchte ich einige Tipps geben, mit deren Hilfe Sie sich etwas sicherer fühlen können.

Fenster und Türen werden in verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt. Man unterscheidet hier zwischen der DIN - Norm (Deutsches Institut für Normung) und den VdS - Klassen. VdS Schadenverhütung ist ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
 

 DIN - Norm
 EN 1627ff
 DIN 18054
 (ersetzt durch DIN EN)
 VdS - Klassen
 VdS 2534
 Erklärung
 WK2  E0/E1  N Grundschutz gegen Gelegenheitstäter, Einbruch mit körperlicher Gewalt.
 WK3  E2  A Grundschutz gegen Gelegenheitstäter mit einfachen Werkzeugen. Türen dieser Klasse widerstehen circa 75% aller Einbruchsversuche.
 WK4  E3  B Schutz gegen Einbrüche mit groben Werkzeugen.
 WK5  keine Entsprechung  C Schutz gegen Einbrüche mit groben Werkzeugen und auch batteriebetriebenen Werkzeugen.


Türen:
Man unterscheidet zwischen Wohnungseingangstüren und Nebentüren, Zimmertüren, Terrassentüren usw.. Bei Wohnungseingangstüren gilt: Je stabiler und massiver, desto besser. Sie sollten immer darauf achten, dass das Türblatt nicht gerade aus furnierten Pressspanplatten besteht. Oft bieten Baumärkte regelrechte Schnäppchen an. Diese bieten aber oft nicht den Sicherheitsstandart, den man sich wünscht.
Der Türrahmen sollte an mindestens 6 Punkten ( besser mehr ! )  im Mauerwerk mit Schwerlastdübeln oder Maueranker befestigt werde. Achten Sie darauf dass besonders im Schließblech - und Bandbereich eine ausreichende Befestigung besteht.
Schließzylinder sollten immer bündig mit dem Türblatt abschließen. Wo dies nicht nicht so ist, sollte man unbedingt nacharbeiten. Die Zylinder gibt es in verschiedenen Längen. Man kann sie seinen Bedürfnissen anpassen. Einen vorstehenden Zylinder können sie auch mit eine Verblendung versehen. Eine Rosette, ein Türschild oder Panzerplatte, sind erschwinglich und bewirken schon einiges.
Schützen Sie Ihren Eingang mit zusätzlichen Sicherungen. Sperrketten ( zum abschließen ), Zusatzschlösser, Sicherheitsbügel helfen schon, den meisten Einbrechern ihren "Job" zu vermiesen. Besser sind aber noch Stangenverriegelungen, mit Panzerriegelschlössern. Diese bieten auch noch eine guten Schutz gegen Durchtrittversuche. Natürlich sollte diese aus gehärtetem Stahl, mit Anbohrschutz und mit einer stabilen Wandverankerung versehen sein.
Ein Guckloch (Spion) mit Weitwinkel gehört auch in jede gut Tür.
Zylindereinbausicherungen oder Schlüssellochsperren sind denkbar ungeeignet, um Diebe aufzuhalten. Auch Buntbartschlösser sollten ausgewechselt werden. Sie lassen sich in Sekunden, mit Hilfe eines stabilen Drahtes, öffnen.

Fenster:
Für Fenster und auch Terrassentüren gilt auch: Je besser die Verarbeitung und je höher die Widerstandsklasse, je höher die Sicherheit. Zusätzlich könne sie aber auch nachträglich gesichert werden. Abschließbare Griffe für Terrassentür und Fenster, zusätzliche Aufbruchsperren gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Dazu noch Türaushebesicherungen für die Terrassentür und Kasten - oder Stangenschlösser, für alle leicht erreichbaren Fenster und Terrassentüren, machen den Eindringlingen das Leben schwer. Achten Sie immer auf eine einbruchhemmende Verbundverglasung.
Bei Verwendung von Glasbausteinen sollten Sie auf eine Stahlarmierung in den Fugen achten. Auch diese kann ins Mauerwerk eingelassen werden.

Wie für Türen gilt auch für Fenster: Die Zusatzsicherungen sollten über die Objekte gut verteilt sein. Achten Sie auch darauf das keine Zugänglichkeit zu den Montagestellen besteht !

Was sonst noch ?

Dachfenster sollten mit abschließbaren Beschlägen ausgestattet sein. Lichtkuppeln/Oberlichter sollten natürlich nicht von außen abschraubbar sein. Auch sollten Sie auf eine einbruchhemmende Verglasung, einer Rollrostsicherung und einem Innengitter achten.

Rollladen bieten zusätzlichen Schutz, wenn sie über geeignete Sicherungen verfügen. So gibt es Sicherungen gegen Hochschieben ( Sperrstift, Verschluss, Klemmverschluss usw. ). Teilweise können diese auch nachträglich montiert werden.

Gitter vor den Fenstern von Nebenräumen, wie Weinlager, Bad, WC usw. sollten unbedingt im Mauerwerk verankert werden. Ein einfaches Vorsetzen, durch Anschrauben, ist ungenügend.

Garage:
Garagen, gerade mit Anschluss an das Haus, sind immer wieder ein gern genutzter Schwachpunkt
um irgendwo einzudringen. Schlecht gesicherte Eingangsmöglichkeiten und oft viele Hilfsmittel erleichtern den Dieben ihre "Arbeit".
Auch hier sollte auf eine zusätzliche Absicherung gesetzt werden, wenn die herkömmliche Sicherung nicht reicht. Gesicherte Türen und Tore, eine ausreichende Beleuchtung mit Bewegungsmelder leisten gute Dienste.

Garten:
Gerne kommen potentielle Einbrecher und Gelegenheitsdiebe durch den Garten ins Haus.
Achten Sie darauf, keine Leitern liegen zu lassen. Auch Rankgitter sollten begutachtet werden. Hieran können Diebe in die höher gelegenen Stockwerke gelangen. Diese sind eventuell nicht so gut gesichert.
Eine gute Ausleuchtung sollte ebenso vorhanden sein, wie Bewegungsmelder, an strategischen Punkten.
Natürlich sollten die Melder für die Einbrecher unerreichbar angebracht sein.

Alarmanlagen:
Sie unterscheiden sich in folgende Aufgabenbereiche: Freilandsicherung, Außenhautsicherung und Innenraumüberwachung.

Freilandsicherung:
Die Freilandsicherung verhindert ein Heranarbeiten an das zu schützende Objekt.
Vorteil: Frühzeitiges Wahrnehmen eines Einbruches.
Nachteil: Häufig Fehlalarme durch Tiere ( Bewegungsmelder usw.). Hohe Kosten (Videoanlagen usw.)

Außenhautsicherung: Sicherungen die den Versuch des Eindringens erkennen.
Vorteil: Schon der Einbruchsversuch wird erkannt. Wirkt abschreckend. Ein ungehindertes Bewegen (der Bewohner) im Objekt ist gegeben.
Nachteil: Wenn die Sicherung überwunden wurde ist der Einbrecher ungestört im Gebäude.

Innenraumüberwachung: Melder die Bewegungen im Gebäude erkennen.
Vorteil: Jedes Bewegen im Gebäude wird erfasst und gemeldet.
Nachteil: Die Bewegungsfreiheit im Gebäude ist eingeschränkt.

Das "Gehirn" der Anlage ist die "Zentrale". Hier laufen alle Meldungen ein und im Notfalle wird von hier ein aktiver Alarm ( Sirene/Licht ) oder ein stiller Alarm an Polizei oder Notrufzentrale  ausgelöst.
Die Melder sind die Augen und Ohren der Anlage. Man unterscheidet hier zwischen verschiedenen Arbeitsweisen. Reedkontakte, auch Magnetöffnungskontakte genannt, melden das Öffnen von Türen und Fenstern. Glasbruchsensoren werden an den Fenstern angebracht und melden ein "Zerstören" des Glases. Auf Erschütterungsmelder sollten Sie verzichten, da diese meist nicht unterscheiden können, ob der Eindringling mit einer Axt die Tür zertrümmert oder das Nachbarskind einen Ball an Fenster oder Tür schießt. Körperschallmelder dienen der Überwachung von Wänden und Decken aus Mauerwerk/Beton. Die Verwendung dieser Melder ist aber recht teuer. Günstiger ist die nachfolgende Lösung. Die Alarmdrahttapete besteht aus einem isolierten Kupferdraht, der in Schleifen in die Tapete eingelassen ist. Wird dieser Draht an irgendeiner Stelle unterbrochen, wir dies an die Zentrale gemeldet.
Alarmfolien werden meistens für Glasbausteinen benutzt. Die Bleifolie (oder ähnliches Material) wird auf die zu überwachende Fläche geklebt. Wird die Folie an einer Stelle zerstört erfolgt die Meldung.
Passiv-Infrarotmelder überwachen Räume indem sie die Wärmestrahlung kontrollieren.
Ultraschall-Bewegungsmelder senden einen sehr hohen Ton aus und misst dessen Reflektion. Wird diese durch einen Eindringling gestört erfolgt der Alarm. Infrarot-Lichtschranken bestehen aus einem Lichtsender und einem Empfänger. wird der Empfang unterbrochen erfolgt der Alarm. Eine Falle soll auch noch erwähnt werden. Die Trittmatte: Sie meldet, versteckt unter einem Teppich, ein betreten der Räumlichkeiten. Es gibt auch noch andere Melder, wie dem Radar-Bewegungsmelder, die aber recht Teuer sind.

Scharfgemacht werden die Alarmanlagen über Riegelschaltschlösser / (integrierte) Schaltschlösser die in die Tür eingelassen werden, externe (separate) Schaltschlösser und neuerdings immer mehr durch Zahlenkombinationsschlösser.

Alarmmeldemöglichkeiten:

Sirene
Bei Außenhautsicherung und Innenraumüberwachung einsetzbar.

Rundumleuchte / Blinkleuchte
Bei Außenhautsicherung und Innenraumüberwachung einsetzbar.

Flutlicht
Bei Außenhautsicherung und Freilandsicherung einsetzbar.

Stiller Alarm:
Telefonische Benachrichtigung an ein Telefon:
AWG (automatisches Wählgerät) ruft programmierte Telefone/Handys an.

Telefonische Anschaltung an einen Wachdienst:
Die Anlage setzt eine Meldung ab und der beauftragte Wachdienst schickt umgehend (je nach Vertrag gleich oder in x Minuten) eine Person zur Prüfung vor Ort.

Telefonische Anschaltung an die Polizei:
Nur in besonderen Fällen möglich. Und dazu muss die Anlage in Absprache mit der Polizei errichtet worden sein.

Alarmanlagen gibt es in den verschiedensten Ausführungen und für den unterschiedlichsten Geldbeutel. Je nachdem welche Ausrüstung Sie bevorzugen. Welche System, mit welchen Melder bedarf einer ausführlichen Vorplanung. Lassen Sie sich also von der Polizei oder einem Fachmann ausführlich Beraten. Die meisten polizeilichen Kriminalberatungsstellen bieten diesen Service kostenlos.

Versicherungen verlangen unter Umständen eine VdS geprüfte Alarmanlage. Klären Sie mit Ihrer Versicherung genau was verlangt wird:
- VdS Alarmanlage
- VdS Alarmanlage und Abnahme von einem VdS zertifiziertem Betrieb.
- VdS Alarmanlage und Abnahme von einem VdS zertifiziertem Betrieb sowie Wartung nach VdS Vorschriften.

Zum Schluss noch eine Frage: Richtig versichert ?

Oft auf der Grund falscher Einschätzungen, verzichten viele auf die einfachsten Schutzvorkehrungen in Haus oder Wohnung. Verlassen Sie sich nicht auf die Versicherung - nach dem Motto "Ich bin ja versichert und bekomme von der Versicherung alles ersetzt"

Denken Sie daran: Versicherungen ersetzen keine ideellen Werte, und die meisten Einbruchsopfer sind auch noch unterversichert.

Weblinks:
1.)
VdS Verband der Sachversicherer
2.) DIN Deutsches Institut für Normung

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